Schleimpilzzucht FAQ /
Slime Mold Culture FAQ

- Will be completed soon -

Die Ursache kann sein, dass es entweder nicht das richtige Futter für ihn ist, oder beispielsweise irgendwelche Spuren an den Haferflocken (etc.) sind, die ihm nicht gefallen. Beispielsweise können saure oder basische „Anhängsel“ an dem Futter den Schleimpilz davor abschrecken, dorthin zu kriechen.
Vielleicht möchte der Schleimpilz auch in absehbarer Zeit fruktifizieren und braucht deshalb keine Nahrung mehr.

Nimmt ein Schleimpilz dunklere Farbtöne an, so möchte er ziemlich sicher fruktifizieren. Jetzt heißt es, ihn ans Licht zu stellen und nicht mehr allzu feucht halten.
Wird der Schleimpilz hingegen eher weiß und durchsichtig (wenn er zuvor zum Beispiel gelb war), dann ist es im möglicherweise zu feucht. Ich habe diese Farbveränderungen beobachtet, als mein Schleimpilz in einer richtigen Pfütze saß. In dem Fall einfach ein bisschen Wasser abgießen oder mit einem Taschentuch aufsaugen.

Das kann mehrere Gründe haben:

Ist der Schleimpilz vielleicht schon etwas „älter“ und am Ende seiner vegetativen Phase angekommen? Möglicherweise spart der Schleimpilz sich die Energie, um demnächst zu fruktifizieren.

Vielleicht hat der Schleimpilz auch einfach nur Hunger und nichts mehr zu fressen da.

Oder dem Schleimpilz gefällt es nicht mehr in seiner Umgebung. Durch Ausscheidungen können sich Schadstoffe angereichert haben, der pH-Wert kann sich verändert haben oder der Schleimpilz hat sich in seiner Umgebung schon „ausgelebt“, sprich er möchte einfach auf frisches Substrat gesetzt werden.

Hat sich im Schleimpilzheim bereits Schimmel breit gemacht und überwuchert dieser am Ende schon den armen Schützling, dann kann leider kaum noch was dagegen getan werden. Da Schimmelpilze für den Menschen nicht ungefährlich sind und wahrscheinlich schon längst jede Menge Sporen in der Luft sind, den kompletten Inhalt aus der Petrischale (mitsamt Schleimpilz!) in die Biotonne (o.ä.) werfen! Anschließend die Gefäße gründlich mit heißem Wasser (am besten mit kochendem Wasser übergießen) und Spülmittel reinigen.

Um ein Plasmodium zu finden (in der Regel am leichtesten), an einem Regentag oder nach einer längeren Regenphase in den Wald gehen. Die größten Chancen hat man in Wäldern, in denen viel Totholz rumliegt, ein zu „aufgeräumter Wald“ bietet sich eher weniger an. Plasmodien treten am häufigsten an morschen Baumresten, Stämmen, im Laub (hierzu durchaus mal wie ein Kleinkind durch die Laubberge laufen und das Laub dabei ordentlich umwälzen!), auf Rinden etc. Wichtig ist, dass ein Plasmodium es feucht und eher dunkel mag. Normalerweise ist ein Plasmodium wegen seiner auffälligen Färbung recht leicht zu finden, man sollte jedoch nicht erwarten, dass jedes Plasmodium gelb und handflächengroß ist. Plasmodien tauchen des Weiteren auch sehr gerne in Gärten auf, dort vor allem auf feuchtem Rindenmulch.

Fruktifikationen sind schon schwieriger zu finden. Hierzu sucht man an helleren, exponierteren Orten, an Baumstämmen, Ästen etc. Zur Fruktifikation kriechen viele Schleimpilze Bäume oder Sträucher hoch (keine Angst, in der Regel sicherlich nicht höher als 1,5m). Fruktifikationen sind sehr klein. Es empfiehlt sich eine Lupe mitzunehmen und sich vorher im Internet ein paar Bilder anzuschauen (einfach mal Tante Google befragen), um zu wissen, nach was man suchen muss. Fruktifikationen findet man zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter.


Ein Laubwald mit wenig Unterholz, aber mit teilweise über 15 cm dicken Laubschichten auf dem Boden. Das Laub befindet sich dort in den verschiedensten Fäulniszuständen. Geradezu ideal...


Diese Wiese wird sicherlich zu oft gemäht und befindet sich zudem nur in der Sonne. Eine wildere Wiese mit Schattenplätzen wäre da besser...


Dieser Holzstoß ist zu trocken. Bei feuchterem Holz, das schon länger irgendwo lagert hätte man bessere Chancen...


Dieses Laub sieht trocken aus, aber darunter kann es durchaus sehr feucht sein. Ast schnappen und ordentlich umwälzen!


Hier sieht man schon die Feuchtigkeit. Worauf noch warten...


Dieser morsche Baum birgt viel Feuchtigkeit unter seiner Rinde. Nachsehen lohnt sich! (Ich bin hier tatsächlich fündig geworden: eine Fruktifikation!)

Dem Schleimpilz regelmäßig einen Besuch abstatten, dabei auch seine unmittelbare Umgebung genau ansehen. Sind irgendwo „Essensreste“ oder sonstige „Abfälle“, die der Schleimpilz hinterlassen hat und die entsorgt werden müssen? Ist der Schleimpilz schon so groß, dass er in ein neues Gefäß gesetzt werden muss (je öfter er umgesetzt wird, desto besser)? Ist in irgendeiner Ecke des Gefäßes vielleicht schon Schimmelpilz zu sehen (meist zunächst in Form von kleinen, fast durchsichtigen Fädchen)?
Grundsätzlich gilt: Gefäße, Futter und Substrat vorher sterilisieren (z.B. bei 160°C, 20 min im Backofen)

Schleimpilze können von nun an auch über die Webseite der deutschen Tochter von Carolina USA, der Carolina Science GmbH, bestellt werden! Der Online-Shop carolina-science.com ist noch im Aufbau, die unten genannten Artikel können jedoch schon über das Kontaktformular bestellt werden. Den Schleimpilz Physarum polycephalum gibt es sowohl als Plasmodium als auch als Sklerotium, zudem jede Menge Material für die Kultivierung, wie Petrischalen, Agar, etc.
Beispiele:
  • DCS611A: Der große Schleimpilz - Kit; Physarum polycephalum Module 1-3 (2 Dauerstadien (Sklerotien, je 3 Stk.), 100 Petrischalen, 10 Einwegskalpelle, 50 g Haferflocken, 50 g Carrageen, 20 quadratische Petrischalen, 20 g Agar, 50 Objektträger, 15 ml Farbstofflösung, Anleitungen) Preis: 169,00 €
  • DCS6111B: Modul 1: Physarum polycephalum, eine Anleitung zur Kultur (1 Dauerstadium (Sklerotien, je 3 Stk.), 20 Petrischalen, 2 Einwegskalpelle, 50 g Haferflocken, 20 g Carrageen, Anleitung) Preis: 49,95 €
  • DCS6111C: Modul 2: Physarum polycephalum, eine Anleitung zur mikroskopischen Untersuchung (1 Dauerstadium (Sklerotien, je 3 Stk.), 20 Petrischalen, 2 Einwegskalpelle, 50 g Haferflocken, 20 g Carrageen, 10 quadratische Petrischalen, 20 g Agar, 50 Objektträger, 15 ml Farbstofflösung, Anleitung) Preis: 79,95 €
  • DCS6111D: Modul 3: Physarum polycephalum, eine Anleitung zur Untersuchung der Chemotaxis (1 Dauerstadium (Sklerotien, je 3 Stk.), 20 Petrischalen, 2 Einwegskalpelle, 50 g Haferflocken, 20 g Carrageen, Anleitung) Preis: 49,95 €
  • DCS6112: Physarum polycephalum Plasmodium (Lebendkultur) Preis: 12,50 €
  • DCS6113: Physarum polycephalum Sklerotium (Dauerstadium) Preis: 12,50 €
  • DCS6114: Petrischalen aus Kunststoff, steril, Durchmesser 9,6 cm, 20 Stk. Preis: 5,10 €
  • DCS6115: Einwegskalpell, 1 Stk. Preis: 1,00 €
  • DCS6116: Einwegskalpelle, 10 Stk. Preis: 9,00 €
  • DCS6117: Haferflocken, steril, 50 g Preis: 3,20 €
  • DCS6118: Carrageen, kappa semi, 20 g Preis: 7,50 €
  • DCS6119: Carrageen, kappa semi, 50 g Preis: 18,50 €
  • DCS6120: quadratische Petrischalen aus Kunststoff, 120 x 120 mm, 10 Stk. Preis: 15,00 €
  • DCS6121: Agar, 20 g Preis: 7,50 €
  • DCS6122: Farbstofflösung, 15 ml, Preis: 4,95 €
  • DCS6123: Objektträger aus Glas, 76 x 26 mm, 50 Stk. Preis: 7,50 €

Stand: Oktober 2014. Alle Angaben ohne Gewähr!

Diese neue Bezugsquelle macht das Bestellen von Schleimpilzen natürlich um einiges bequemer, als der umständliche Vorgang über Carolina USA. Der Vollständigkeit halber lasse ich die Beschreibung zu Carolina USA dennoch weiterhin online.



www.carolina.com ist eine amerikanische Seite, auf der man Unterrichtsmaterial für den Biologieunterricht kaufen kann. Die Seite ist daher auf Englisch und richtet sich eigentlich an amerikanische Lehrer, man kann aber auch als Privatperson aus Deutschland etwas dort kaufen.

Auf der Startseite klickt man dazu im oberen Menü auf „Living Organisms“ und dort im Drop-Down Menü auf „Protists“. Es öffnet sich ein weiteres Untermenü, in welchem man unter anderem nun „Slime Mold Cultures and Sets“ auswählen kann (unter „Slime Mold Kits“ hingegen findet man Experimentiersets für eine ganze Klasse). Auf der Seite, die sich unter „Slime Mold Cultures and Sets“ öffnet klickt man nun auf „Slime Mold Cultures“. Man gelangt nun auf die Seite, wo man sich Schleimpilze direkt bestellen kann.

Das Angebot:

Angeboten werden Kulturen von $ 9,20 bis $ 11,25, wobei es vier verschiedene Schleimpilzarten zur Auswahl gibt: Die zellulären Arten Dictyostelium discoideum, Dictyostelium purpureum und Polysphondylium pallidum sowie aus der Ordnung Physarida: Physarum polycephalum.

Wenn man die Schleimpilze kennenlernen und experimentieren möchte, empfiehlt es sich Physarum polycephalum zu kaufen, da dies der klassischste Vertreter aller gelben, experimentierfreudigen Schleimpilze ist. Hierbei wird unterschieden zwischen Sklerotien und Plasmodien, wobei bei der Sklerotiumpackung zwischen 5 und 6 Sklerotien enthalten sind, bei „Plasmodium“ erreicht einen ein Reagenzglas mit einem Schleimpilz auf Agar-Agar (es ist etwas mühselig, ihn da rauszukratzen). Wenn man sich Stress sparen will, sollte man die Sklerotien nehmen, da diese lange haltbar sind und man flexibel bleibt mit dem Zeitpunkt des Zuchtbeginns.

Was zu beachten ist:

Manchmal hat die Seite Probleme bei Kunden aus dem Ausland. Der Service ist aber sehr nett und zügig, es empfiehlt sich also, das Geschäft via Mail oder Fax oder Telefon abzuschließen.

Die Versandkosten nach Deutschland sind recht happig, man sollte zudem mit einer Lieferzeit von etwa zwei Wochen rechnen.

Ist der Schleimpilz in Deutschland angekommen, so landet er nicht gleich mit der Auslieferung vor der Haustüre, sondern erst mal beim Zoll. Dieser schickt dann einen Brief, in dem man erklären muss, was in dem Päckchen ist (da es bei der Einfuhr von lebenden Organismen natürlich Einschränkungen gibt). Je schneller man auf diesen Brief reagiert (via Fax z.B.), desto schneller kommt das Päckchen dann auch an.